wurden getroffen. Für manche von uns wird es zunächst ein seltsames Gefühl sein, als evangelischer Christ ständig in einer katholischen Kirche Gottesdienst zu feiern.  Umgekehrt ist es den Katholiken sicher nicht anders gegangen. Sie nutzten in den 90er Jahren, als die St. Marien-Kirche restauriert wurde, unsere Kirche als Ausweichort. Am Ende, da bin ich sicher, werden alle sagen, dass diese Ausnahmesituation uns viele neue Begegnungen ermöglicht hat. Am Ende wird prägend sein, dass wir als Kirchen uns gegenseitig geholfen haben.

Was passiert schon jetzt? Bis Mai sind auch schon viele Handwerker an der Kirche beschäftigt. In dieser Zeit wird der erste Bauabschnitt vollendet, der immerhin auch schon 165.000 Euro umfasst. An den Außenpfeilern werden Gerüste hochgezogen. Schäden am Dach werden ausgebessert, das Regenabflusssystem erneuert, schadhaftes Mauerwerk wird neu verfugt.  Erste Elektriker-, Maler-, Klempner und Zimmmermannsarbeiten werden ausgeführt.

Was kostete das Ganze? Der 2. Bauabschnitt, den der Kirchenvorstand am 4. Februar 2015 beschlossen hat, beläuft sich auf 850.000 Euro. Das ist viel Geld. Das ist der Preis dafür, dass die Quakenbrücker  ihre Gottesdienste in einer historisch bedeutenden Kirche feiern dürfen.  Das Deckengewölbe enthält noch viel ursprüngliche Rankenmalerei aus dem Mittelalter. Da sind der feine Pinselstrich und das sachverständige Auge der Restauratorin gefordert. Die Wiederherstellung der historischen Deckenmalerei kostete die größte Teilsumme.

Wer bezahlt das Ganze? Die Initialzündung für den jetzigen Restaurierungsbeschluss war sicherlich die Zusage, die der Bundestagsabgeordnete Dr. André Berghegger im November  2014 aus Berlin mitbrachte. 250.000  Euro werden für die Restaurierung der St.-Sylvester-Kirche zur Verfügung gestellt. Das ist die zweithöchste Summe, die der Bund in diesem Jahr überhaupt aus ihren Sondermitteln Denkmalpflege vergeben hat. Das unterstreicht die besondere Bedeutung unserer Kirche. Auch um die eingeworbenen Fördermittel nicht zu gefährden, hat die Kirchengemeinde mutige Finanzbeschlüsse gefasst. Der größte Geldgeber ist nämlich die Kirchengemeinde selbst. Die größte Summe muss aus Grundstückverkäufen bezahlt werden. Und dann ist da noch das Prinzip Hoffnung.

50.000 Euro wollen wir als Kirchengemeinde in  den kommenden 18. Monaten von Ihnen, den Freunden und Gemeindeglieder von St. Sylvester, an Spenden sammeln. Da sind wir großer Hoffnung, dass das gelingen wird.

Das Beste kommt zum Schluss. Dann wird Reformations-Jubiläums gefeiert. Die Restaurierung der St.-Sylvester-Kirche, so schreibt die niedersächsische Denkmalspflegerin Wiebke Dreeßen,  „könnte ein wichtiger Baustein für die Umsetzung des Reformations-Jubiläums im Osnabrücker Raum werden. 1504 wurde in Quakenbrück Hermann Bonnus geboren, der Reformator des Osnabrücker Landes und erste Superintendent von Lübeck. Von 1543 an begann er im Auftrag von Bischof Franz von Waldeck von Quakenbrück aus das Reformationswerk. Sein Handexemplar der 1534 in Lübeck gedruckten niederdeutschen Bibel schenkte er der Kirche seiner Geburtsstadt.“

Pastor Wolfgang Thon-Breuker