Gott nah zu sein ist mein Glück

Gedanken zur Jahreslosung von Pastor Wolfgang Thon-Breuker, Quakenbrück

Dieses Bibelwort aus Psalm 73,28 wird uns in der kommenden Zeit begleiten. Es ist die Jahreslosung für 2014. Alle Menschen sehnen sich nach Glück. Manche sagen: ich bin Gott nah in der Natur. Sie denken dabei  an schöne Momente des Glücks – an den majestätischen Blick von einem Berggipfel ins Tal oder an einen romantischen  Sonnenuntergang am Meer.  Kluge Lebensratgeber in Buchform versprechen den Weg zum Glück in 7 oder 10 oder 12 Schritten. Aber sind wir wirklich unseres eigenen Glückes Schmied?

Eigentlich ist Glück  undefinierbar, schrieben mir  zwei Jugendliche,  da es aus materiellen und immateriellen Dingen sowie zufälligen und unerwarteten Ereignissen bestehen kann. „Gesundheit ist das größte Glück!“ sagen viele. Aber habe ich, wenn ich plötzlich krank werde, mein Recht auf Glück verwirkt? In diesen Tagen bewegt der Skiunfall von Michael Schumacher viele Menschen. Er zeigt, wie schnell uns ein Unfall aus all den Lebensbezügen reißen kann,  die bisher unser Glück ausgemacht haben.

Unvergesslich ist für mich eine inzwischen verstorbene alte Dame. Als ich sie kennen lernte, war sie durch einen schweren Schlaganfall schon jahrelang ans Bett gefesselt. „Schauen sie doch mal, was für ein Häufchen Elend ich bin!“ hätte sie jedes Mal sagen können, wenn ich sie besuchte. Stattdessen zeigte sie mir die Fortschritte an ihrem gelähmten Arm: „Schauen sie mal, wie ich den schon wieder bewegen kann!“ Ich bewunderte die schwerkranke Frau für ihr Glück.

Wo ist Gott in solchen Zeiten der Bedrängnis? Den brauchen wir gar nicht erst zu suchen. Er hat uns längst gefunden. Er ist zu uns gekommen durch seine Geburt. Das war und ist  das Wunder von Weihnachten. Das ist unser Glück.