Quakenbrück. Sozusagen als Weihnachtsgeschenk hat das Stadtmuseum die Sammlung um das bisher älteste Buch erweitert. Es handelte sich um eine „Chronica“ des aus Quakenbrück gebürtigen Reformators Hermann Bonnus, gedruckt im Jahr 1559. Sie wurde in einer Hamburger Auktion ersteigert. Die Quakenbrücker Bonnusstraße ist nach dem Reformator und Wittenberger Lutherschüler benannt, der 1504 in der Goldstraße geboren wurde. Sein verändertes Geburtshaus steht noch dort und sollte als eines der ältesten Geschichtszeugnisse der Stadt erhalten bleiben. Sein Vater war Arend von Bunnen, benannt nach dem Ursprungsort der Familie, dem südoldenburgischen Bunnen. Sein Sohn Hermann hat nach dem damals üblichen Gelehrtenbrauch den Namen latinisiert, so nennt er sich auch in der nun erworbenen Schrift „Hermannus Bonnus“.

Der Osnabrücker Rat hat seinerzeit den in Lübeck tätigen Superintendenten gebeten, die Reformation in Osnabrück einzuführen, das dehnte sich dann auch auf das Umland aus, und so predigte Hermann Bonnus am Trinitatissonntag von der Kanzel der St.-Sylvester-Kirche. Seine Bitte, „beim lieben Evangelio“ zu bleiben, ist überliefert.

Bonnus war Praktiker und hat das Niederdeutsche zur Kirchensprache gemacht. Zu seinen Druckwerken gehört auch die Übersetzung der Lutherbibel ins Niederdeutsche, an der er maßgeblich beteiligt war. Sein Handexemplar vermachte er mit persönlicher Widmung der St.-Sylvester-Kirche.

Das nun vom Museum erworbene Werk ist eine Chronik von Lübeck, in der besonders die Praxis der neuen Lehre kundgetan wird. Das hat wohl damals die katholische Obrigkeit dazu veranlasst, dieses Buch auf den „Index“, das Verzeichnis der verbotenen Bücher, aufzunehmen.

Neben den bisher gesammelten Unterlagen, zu denen auch zwei historische Porträts des Reformators gehören, ergänzt dieses Werk die Ausstellung über die bedeutenden Quakenbrücker Persönlichkeiten.